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Warum gute Moderator:innen selbst Räume zum Lernen brauchen

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Gruppenfoto der Teilnehmenden des Deutschen ModeratorenTags 2026 in Berlin.

Menschen, die moderieren, wirken oft souverän. Sie stellen Fragen, halten Gespräche zusammen, schaffen Übergänge und sorgen dafür, dass andere sichtbar werden. Doch wo lernen eigentlich diejenigen, die sonst ständig andere durch Veranstaltungen, Diskussionen und Veränderungsprozesse führen?


Für diesen Zweck gibt es den Deutschen ModeratorenTag – und mittlerweile unter dem Dach der German Speakers Association. Ralf Schmitt, Vaya Wieser-Weber und Nicole Krieger hosten ihn seit 2016. So schafft dieses Format seit zehn Jahren– mit einer pandemiebedingten Pause – einen Raum für kollegialen Austausch, gemeinsames Lernen und die Weiterentwicklung der Moderationsbranche.


Bei der achten Ausgabe kamen rund 60 Moderator:innen in Berlin zusammen. Nicht zu einem Hochglanz-Klassentreffen mit Visitenkarten-Bingo, sondern zu einem intensiven Arbeits- und Begegnungstag für eine Branche, die sich gerade stark verändert.

Ein Barcamp, bei dem die Branche selbst die Agenda setzt

Im Mittelpunkt des Tages stand ein Barcamp, moderiert von Jan Theofel. Das Programm wurde nicht vorab von einigen wenigen Expert:innen festgelegt. Stattdessen brachten die Teilnehmenden ihre eigenen Fragen, Erfahrungen und Herausforderungen ein. Innerhalb kurzer Zeit entstand eine Agenda, die sichtbar machte, was die Moderationsbranche aktuell bewegt.

Themenwand des Barcamps beim Deutschen ModeratorenTag mit Sessions zu Eventdesign, Moderation, Marketing und Positionierung.

Die Themen reichten von Event Design Sprints, Podcast-Moderation und Mehrsprachigkeit bis zu Positionierung, Kundengewinnung und Website-Strategie. Auch Fragen nach Sexismus, Repräsentation, Selbstständigkeit und den Veränderungen des Moderationsmarktes fanden ihren Platz.

 

Das Barcamp war damit kein „Ich erzähle euch jetzt mal, wie es geht“-Format. Es war gemeinsames Denken auf Augenhöhe.

Was gute Moderation heute ausmacht

Moderation wird häufig als sichtbare Leistung verstanden: die richtige Formulierung, der souveräne Auftritt, die perfekte Überleitung. Doch gute Moderation beginnt lange vor dem Mikrofon. Sie entsteht aus echtem Interesse, genauer Wahrnehmung und der Fähigkeit, einen Raum nicht nur zu steuern, sondern auch zu lesen.


Ralf brachte es nach dem Moderatorentag so auf den Punkt: „Gute Moderation entsteht nicht durch perfekte Formulierungen. Sondern durch echtes Interesse an Menschen.“

 

Vor allem in Zeiten von künstlicher Intelligenz, wirtschaftlicher Unsicherheit, knapperen Eventbudgets und neuen Akteur:innen wie Creatorn und Influencern wird diese menschliche Qualität wichtiger. KI kann Abläufe strukturieren, Fragen vorbereiten und Inhalte zusammenfassen. Sie kann jedoch nicht spüren, wann sich die Stimmung in einem Raum verändert. Sie erkennt nicht zuverlässig, wann ein Konflikt ausgesprochen werden muss oder wann ein stiller Moment mehr Wirkung entfaltet als die nächste Frage.

Moderatorentag

Moderation ist Beziehungs- und Übersetzungsarbeit

Gute Moderator:innen verbinden unterschiedliche Perspektiven, Fachwelten und Interessen. Sie geben Orientierung, ohne das Ergebnis vorwegzunehmen. Und sie schaffen Räume, in denen Menschen sich beteiligen, widersprechen und neue Gedanken entwickeln können.

 

Das verlangt Präsenz – und kontinuierliches Lernen.

 

Denn wer immer nur sendet, verliert irgendwann den Kontakt zur eigenen Neugier. Moderator:innen brauchen deshalb selbst Orte, an denen sie nicht souverän wirken müssen. Orte, an denen sie Fragen stellen, unfertige Ideen teilen und von Kolleg:innen lernen können.

 

Seit 2016 zeigt der Deutsche ModeratorenTag: Eine Branche entwickelt sich nicht nur durch Einzelne auf der Bühne weiter, sondern durch eine Community, die ihr Wissen teilt. Die besten Ideen entstehen eben nicht immer im offiziellen Programm. Manchmal entstehen sie im Flur, beim gemeinsamen Essen oder in einem ehrlichen Nebensatz.

 

Und vielleicht ist genau das die Zukunft guter Moderation: nicht alle Antworten zu liefern, sondern den Raum zu schaffen, in dem bessere Antworten entstehen können.

 

Herzlich

Ralf Schmitt, Vaya Wieser-Weber,

und das Team der Impulspiloten

 

Btw: Ihr sucht Moderator:innen, die mehr können als nur durchs Programm zu führen?
Dann schreibt uns: Info@impulspiloten.de

Autoren

  • ?s=96&r=g

    Vaya Wieser-Weber ist Unternehmerin und Keynote Speakerin für Growth Mindset, Zuversicht und positive Führung im Business. Unternehmen buchen sie, wenn es darum geht, Veränderung nicht nur zu verstehen, sondern in Verhalten zu übersetzen und eine klare, zukunftsorientierte Haltung im Unternehmen zu verankern.

    Sie zählt zu den profiliertesten Speakerinnen im deutschsprachigen Raum und steht für Keynotes mit Substanz, Wirkung und hoher Umsetzungsstärke – geprägt von über 25 Jahren Erfahrung, fundierter Expertise sowie einer kraftvollen Mischung aus Klarheit, Energie und Humor.

    In ihren Vorträgen zeigt sie, wie Unternehmen, Teams und Führungskräfte auch in unsicheren Zeiten handlungsfähig bleiben, ein starkes Growth Mindset entwickeln und Zuversicht gezielt als Führungsressource nutzen.

    Als Autorin, Podcasterin von „Good Life, Good Business“ und geschäftsführende Gesellschafterin der Impulspiloten GmbH entwickelt sie Formate für Organisationsentwicklung, die Kultur, Zusammenarbeit und Führung nachhaltig verändern.

    Mehr über ihre Arbeit:
    👉 www.vaya.live
    👉 www.impulspiloten.de
    👉 www.wildwomensclub.de
    👉 Podcast „Good Life, Good Business

  • Ralf Schmitt

    Ralf Schmitt ist Moderator, Keynote Speaker und Autor für Fehlerkultur, Mindset, Change und Flexibilität in Unternehmen. Unternehmen buchen ihn, wenn es darum geht, mit Unsicherheit souverän umzugehen, ein starkes Ja-Mindset zu entwickeln und Veränderung aktiv zu gestalten.

    Er zählt zu den prägenden Speakern für moderne Führung, Zusammenarbeit und Veränderung in Unternehmen und steht für Keynotes mit hoher Interaktion, klarer Business-Relevanz und unmittelbarer Umsetzbarkeit – getragen von langjähriger Bühnen- und Praxiserfahrung sowie einer starken Mischung aus Expertise und Humor.

    In seinen Vorträgen zeigt er, wie Unternehmen, Teams und Führungskräfte Fehler als Fortschritt nutzen, Flexibilität trainieren und auch unter Druck handlungsfähig bleiben.

    Als Autor, Podcaster, Gründer der Impulspiloten GmbH und Initiator von ImproHotel entwickelt er Formate für Organisationsentwicklung, die Zusammenarbeit, Führung und Veränderung nachhaltig stärken.

    Mehr über seine Arbeit:
    👉 www.schmittralf.de
    👉 www.impulspiloten.de
    👉 www.improhotel.de

    👉 Podcast „Experten Talk

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