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The Glue Factor: Der unsichtbare Erfolgsfaktor starker Teams

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Die Workshop-Teilnehmer der Memox Innovations AG mit Vaya

Es gibt Momente in Workshops und Seminaren, die sich nicht planen lassen. Man kann Musik einsetzen, einen Bewegungsimpuls geben, Energizer und Icebreaker nutzen und mit Methoden aus dem Improvisationstheater die Energie im Raum immer wieder positiv regulieren. Aber man kann nicht anordnen, dass aus einer kleinen Übung plötzlich eine Polonaise entsteht.

 

Genau das passierte kürzlich bei der Memox Innovations AG.

 

Ein Mensch griff den Impuls auf. Andere stiegen ein, verstärkten die Idee und zogen die Nächsten mit. Innerhalb weniger Sekunden entwickelte die Gruppe eine eigene Dynamik: spontan, leicht und vollkommen ungeplant. In diesem Moment wurde etwas sichtbar, das der  Glue Factor eines Teams genannt wird. 

Was ist der Glue Factor?

Der Glue Factor ist kein fest definiertes wissenschaftliches Modell. Wir nutzen den Begriff als Arbeitsbeschreibung für die innere Verbindung einer Gruppe: für ihre Fähigkeit, schnell Kontakt herzustellen, Impulse aufzugreifen und daraus gemeinsam etwas entstehen zu lassen.

Dabei geht es nicht darum, dass alle ständig einer Meinung sind oder sich immer harmonisch verhalten. Eine starke Verbindung hält auch unterschiedliche Perspektiven, Reibung und anspruchsvolle Gespräche aus.

Der Glue Factor zeigt sich fin Fragen wie:

  • Nehmen Menschen wirklich wahr, was im Raum passiert?
  • Greifen sie die Ideen anderer auf?
  • Trauen sie sich, selbst einen Impuls zu setzen?
  • Wer verbindet Menschen miteinander?
  • Und kann daraus etwas entstehen, das niemand allein geplant hätte?

Was die Forschung über den „Klebstoff“ von Teams weiß

Auch wenn der Glue Factor in dieser Form unsere eigene Arbeitsbeschreibung ist, gibt es mehrere wissenschaftliche Konzepte, die erklären, was ich in solchen Situationen beobachte.

Mattias Jacobsson und Thommie Burström beschrieben sogenannte Glue People in Projekten. Gemeint sind Menschen, die informelle Verbindungen herstellen, Informationen weitertragen und zwischen Beteiligten vermitteln. Ihre Arbeit hält Zusammenarbeit zusammen, bleibt in Organigrammen, Stellenbeschreibungen und klassischen Leistungskennzahlen aber häufig unsichtbar.

Auch die Forschung zur Teamkohäsion zeigt einen Zusammenhang zwischen Zusammenhalt und Leistung. Besonders deutlich wird dieser Zusammenhang, wenn Leistung nicht nur über das Endergebnis betrachtet wird, sondern auch über konkretes Verhalten: Kooperation, Abstimmung und gemeinsames Handeln.

Hinzu kommt die emotionale Ansteckung. Stimmungen bleiben in Gruppen nicht bei einzelnen Personen. Sie übertragen sich. Positive emotionale Dynamiken können Kooperation fördern, Konflikte reduzieren und beeinflussen, wie leistungsfähig eine Gruppe sich selbst erlebt.

Selbst der gemeinsame Rhythmus ist mehr als eine schöne Metapher. Forschung zur zwischenmenschlichen Synchronität zeigt, dass sich Bewegungen und teilweise sogar physiologische Prozesse von Gruppenmitgliedern während gemeinsamer Aktivitäten aufeinander abstimmen können. Solche Synchronität wird in Studien mit stärker erlebter Gruppenkohäsion in Verbindung gebracht.

Verbindung lässt sich nicht verordnen

Zu Beginn eines Workshops nehmen wir Impulspiloten uns deshalb bewusst Zeit. Unsere Trainerinnen und Trainer möchte ein Gefühl dafür entwickeln, auf welchem emotionalen Niveau eine Gruppe startet und wie ausgeprägt ihr Glue Factor bereits ist:

  • Wie schnell entsteht Kontakt?
  • Wer gibt Energie in die Gruppe?
  • Wer hält sich zunächst zurück?
  • Wie bereitwillig werden Impulse aufgenommen?
  • Und wer schafft Verbindungen zwischen anderen?

Auch nach Pausen arbeite wir mit Methodenwechseln, Bewegung und Applied Improv. Nicht, um künstlich gute Stimmung zu produzieren. Sondern um Menschen wieder wacher und aufmerksamer füreinander zu machen und neue Anschlussmöglichkeiten zu schaffen. Ob daraus eine spontane Polonaise entsteht, können wir nicht versprechen. Aber wir können einen Raum öffnen, in dem sie möglich wird.

Warum der Glue Factor in Veränderungsprozessen zählt

Bei der Memox Innovations AG kamen General Manager und Vertriebsteams aus verschiedenen Standorten zusammen. Sie brachten unterschiedliche Erfahrungen, Aufgaben und Themen mit.

Was unsere Geschäftsführerin Vaya, die den Workshop hielt, am meisten beeindruckte, war nicht nur deren hohe Leistungsorientierung. Es war die Leichtigkeit, mit der die Menschen in diesem Unternehmen gemeinsam eine so positive Energie erzeugten. Sie reagierten schnell aufeinander, entwickelten Ideen weiter und fanden wie selbstverständlich einen gemeinsamen Rhythmus. Vor allem in Zeiten von Wachstum und Veränderung ist das aus unserer Sicht ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Denn leistungsstarke Zusammenarbeit entsteht nicht allein durch klare Rollen, gute Prozesse oder anspruchsvolle Ziele. Sie braucht auch eine tragfähige Verbindung zwischen den Menschen. Eine Verbindung, die es ermöglicht, schnell aufeinander zu reagieren, Unterschiede auszuhalten und gemeinsam in Bewegung zu bleiben.

Kennzahlen zeigen Ergebnisse.
Organigramme zeigen Zuständigkeiten.
Der Glue Factor zeigt, was zwischen den Menschen entsteht.

Und dort entscheidet sich häufig, wie belastbar Zusammenarbeit wirklich ist.

Die Memox Innovations AG liegt auf meiner persönlichen Glue-Factor-Skala deshalb eindeutig bei 11 von 10.

Bis dahin – keep growing! 

Eure Vaya Wieser-Weber

und das Team der Impulspiloten

Quellen und weiterführende Forschung

  • Burström, Thommie & Jacobsson, Mattias: The Role and Importance of “Glue People” in Projects, 2011 
  • Beal, Daniel J. et al.: Cohesion and Performance in Groups: A Meta-Analytic Clarification of Construct Relations, 2003 
  • Barsade, Sigal G.: The Ripple Effect: Emotional Contagion and Its Influence on Group Behavior, 2002 
  • Gordon, Ilanit et al.: Physiological and Behavioral Synchrony Predict Group Cohesion and Performance, 2020 
  • Tomashin, Adam et al.: Interpersonal Physiological Synchrony Predicts Group Cohesion, 2022

Autor

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    Vaya Wieser-Weber ist Unternehmerin und Keynote Speakerin für Growth Mindset, Zuversicht und positive Führung im Business. Unternehmen buchen sie, wenn es darum geht, Veränderung nicht nur zu verstehen, sondern in Verhalten zu übersetzen und eine klare, zukunftsorientierte Haltung im Unternehmen zu verankern.

    Sie zählt zu den profiliertesten Speakerinnen im deutschsprachigen Raum und steht für Keynotes mit Substanz, Wirkung und hoher Umsetzungsstärke – geprägt von über 25 Jahren Erfahrung, fundierter Expertise sowie einer kraftvollen Mischung aus Klarheit, Energie und Humor.

    In ihren Vorträgen zeigt sie, wie Unternehmen, Teams und Führungskräfte auch in unsicheren Zeiten handlungsfähig bleiben, ein starkes Growth Mindset entwickeln und Zuversicht gezielt als Führungsressource nutzen.

    Als Autorin, Podcasterin von „Good Life, Good Business“ und geschäftsführende Gesellschafterin der Impulspiloten GmbH entwickelt sie Formate für Organisationsentwicklung, die Kultur, Zusammenarbeit und Führung nachhaltig verändern.

    Mehr über ihre Arbeit:
    👉 www.vaya.live
    👉 www.impulspiloten.de
    👉 www.wildwomensclub.de
    👉 Podcast „Good Life, Good Business

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