LinkedIn: Wie du deinen Feed und dein Profil selbst in die Hand nimmst

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Expertentalk-Kathrin-Koehler

LinkedIn ist für viele längst ein fester Bestandteil des beruflichen Alltags. Trotzdem fühlt sich der eigene Feed manchmal erstaunlich eintönig an. Immer wieder dieselben Themen, dieselben Personen und irgendwann die Frage: Was bringt mir das eigentlich?

Im Expertentalk der Impulspiloten spricht Ralf Schmitt mit Digital Coach und LinkedIn-Expertin Kathrin Köhler darüber, wie sich LinkedIn bewusster nutzen lässt. Dabei geht es weniger um vermeintliche Geheimtricks für den perfekten Post als um etwas Grundsätzlicheres: das eigene Verhalten auf der Plattform.

 

Mehr Einfluss auf den Feed, als viele denken

Wer seinen LinkedIn-Feed langweilig findet, muss nicht unbedingt mit dem Algorithmus hadern. Ein Teil des Problems lässt sich selbst beeinflussen.

Kathrin empfiehlt, bewusst mit den eigenen Interaktionen umzugehen. Wer von einer bestimmten Person mehr sehen möchte, kann deren Profil besuchen, Beiträge liken, kommentieren oder eine persönliche Nachricht schicken. LinkedIn registriert diese Interaktionen und berücksichtigt sie bei der Zusammenstellung des Feeds.

Das funktioniert auch in die andere Richtung. Wenn bestimmte Inhalte regelmäßig nerven, lässt sich über das Drei-Punkte-Menü angeben, dass weniger Beiträge dieser Person angezeigt werden sollen. Die Verbindung bleibt bestehen, der eigene Feed wird trotzdem ruhiger.

Es geht also ein Stück weit um Feed-Hygiene: bewusst auswählen, wem man Aufmerksamkeit gibt – und damit auch beeinflussen, was einem anschließend begegnet.

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Zwischen „Ich könnte posten“ und „Ich poste“ liegt oft nur ein bisschen Mut

Eine der häufigsten Herausforderungen in Kathrins Coaching ist dabei gar nicht technischer Natur. Viele Menschen wissen durchaus, worüber sie sprechen könnten. Sie zweifeln nur daran, ob es interessant oder gut genug ist. Fragen wie „Ist das wirklich relevant?“, „Kann ich das so posten?“ oder „Interessiert das überhaupt jemanden?“ kennen viele LinkedIn-Nutzer.

Gerade hier braucht es weniger Perfektion und mehr Selbstvertrauen. Ein Beitrag muss nicht das Internet verändern. Er darf einfach einen Gedanken teilen, eine Erfahrung beschreiben oder eine interessante Beobachtung zur Diskussion stellen.

Der Anspruch, mit jedem Post etwas Außergewöhnliches liefern zu müssen, führt häufig dazu, dass am Ende gar nichts veröffentlicht wird. Dabei entsteht Sichtbarkeit nicht durch den einen perfekten Beitrag, sondern durch regelmäßige Präsenz und echte Interaktion.

 

Ein professionelles Profil darf Persönlichkeit zeigen

Auch beim eigenen Profil lohnt sich ein genauer Blick. Zu glatt, zu perfekt, zu austauschbar – so beschreibt Kathrin eine der häufigsten Schwachstellen.

Dabei geht es nicht darum, auf LinkedIn einen kompletten Seelenstriptease hinzulegen. Persönlich und privat sind zwei unterschiedliche Dinge. Wer persönliche Perspektiven, Erfahrungen und Haltungen zeigt, muss deshalb noch lange nicht sein gesamtes Privatleben öffentlich machen.

Genau diese persönliche Note kann ein Profil interessant machen. Kathrin spricht in diesem Zusammenhang von sogenannten „Ankern“: Elemente, an denen andere Menschen hängen bleiben und die etwas über die Person hinter der beruflichen Rolle erzählen. Das kann eine ungewöhnliche Erfahrung sein, eine Haltung, ein persönliches Interesse oder eine Geschichte, die einen beruflichen Bezug hat.

Denn Menschen folgen eben nicht nur Funktionen und Jobtiteln. Sie interessieren sich auch für die Menschen dahinter.

 

LinkedIn als virtueller Stehtisch

Eine gute Vorstellung dafür liefert die Metapher vom „virtuellen Stehtisch“. Bei einer Veranstaltung stellt man sich auch nicht an einen Stehtisch und beginnt mit einem perfekt ausformulierten Vortrag. Man erzählt, was einen gerade beschäftigt, berichtet von einer Erfahrung oder greift ein Thema auf, das man spannend findet. Andere hören zu, steigen ins Gespräch ein, ergänzen etwas oder erzählen ihre eigene Geschichte.

Ähnlich kann LinkedIn funktionieren.

 

Ein Beitrag wird damit weniger zur Selbstdarstellung und mehr zum Gesprächsangebot. Entscheidend ist nicht nur, was jemand veröffentlicht, sondern auch, was danach passiert: Welche Gespräche entstehen? Welche Menschen reagieren? Welche neuen Perspektiven kommen dazu?

Ralf zeigt im Gespräch selbst, wie das funktionieren kann. Einer seiner erfolgreicheren Beiträge entstand aus der Verbindung eines persönlichen beziehungsweise aktuellen Themas mit seiner Arbeit als Speaker. Kathrin bezeichnet diese Verbindung von persönlichen Erlebnissen und öffentlich relevanten Themen als „Pröffentlichkeit“. Genau darin liegt eine besondere Stärke von LinkedIn: Aus einer persönlichen Beobachtung kann ein beruflich relevantes Gespräch entstehen.

 

Netzwerken beginnt nicht erst beim nächsten Auftrag

Auch beim Thema Vernetzung lohnt es sich, die eigenen Ziele zu kennen. Welche Menschen sollen im eigenen Netzwerk vertreten sein? Welche Zielgruppen sind relevant? Mit wem möchte man tatsächlich ins Gespräch kommen? Katrin nimmt beispielsweise auch Kontaktanfragen von CEOs an, wenn diese zu ihrer strategischen Zielgruppe gehören – selbst wenn keine persönliche Nachricht dabei steht. Andere Anfragen können dagegen bewusst hinterfragt werden.

Und manchmal lohnt sich genau diese Neugier: Warum hat jemand das eigene Profil gefunden? Was hat ihn oder sie dazu bewegt, die Verbindung herzustellen?

Solche Fragen können überraschend wertvolles Feedback liefern. Sie zeigen, welche Inhalte oder Themen Menschen auf ein Profil aufmerksam machen und wie die eigene Positionierung von außen wahrgenommen wird.

Was dabei wenig Freude macht: Kaum ist die Kontaktanfrage angenommen, landet schon die erste automatisierte Verkaufsnachricht im Postfach. Auch hier gilt: LinkedIn ist ein Netzwerk. Und Netzwerken funktioniert besser, wenn tatsächlich Menschen miteinander sprechen.

 

Am Ende geht es um mehr als den perfekten LinkedIn-Post

Der Expertentalk zeigt deshalb vor allem eines: LinkedIn lässt sich aktiver gestalten, als es manchmal scheint.

Der eigene Feed entsteht auch durch das eigene Verhalten. Das eigene Profil darf Persönlichkeit zeigen. Kontakte können bewusst ausgewählt werden. Und Beiträge müssen nicht perfekt sein, um ein Gespräch anzustoßen.

Frag dich beim nächsten LinkedIn-Besuch: Was möchte ich eigentlich sehen – und mit wem möchte ich ins Gespräch kommen?

Denn wer LinkedIn nur als digitale Visitenkarte betrachtet, nutzt längst nicht alle Möglichkeiten der Plattform. Wer dagegen beginnt, seinen Feed, sein Profil und sein Netzwerk bewusst zu gestalten, macht aus LinkedIn einen echten virtuellen Stehtisch.

 

Bis dahin – bleibt flexibel! 

eueR Ralf Schmitt 

 

und das Team der Impulspiloten

Autor

  • Ralf Schmitt

    Ralf Schmitt ist Moderator, Keynote Speaker und Autor für Fehlerkultur, Mindset, Change und Flexibilität in Unternehmen. Unternehmen buchen ihn, wenn es darum geht, mit Unsicherheit souverän umzugehen, ein starkes Ja-Mindset zu entwickeln und Veränderung aktiv zu gestalten.

    Er zählt zu den prägenden Speakern für moderne Führung, Zusammenarbeit und Veränderung in Unternehmen und steht für Keynotes mit hoher Interaktion, klarer Business-Relevanz und unmittelbarer Umsetzbarkeit – getragen von langjähriger Bühnen- und Praxiserfahrung sowie einer starken Mischung aus Expertise und Humor.

    In seinen Vorträgen zeigt er, wie Unternehmen, Teams und Führungskräfte Fehler als Fortschritt nutzen, Flexibilität trainieren und auch unter Druck handlungsfähig bleiben.

    Als Autor, Podcaster, Gründer der Impulspiloten GmbH und Initiator von ImproHotel entwickelt er Formate für Organisationsentwicklung, die Zusammenarbeit, Führung und Veränderung nachhaltig stärken.

    Mehr über seine Arbeit:
    👉 www.schmittralf.de
    👉 www.impulspiloten.de
    👉 www.improhotel.de

    👉 Podcast „Experten Talk“

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