In der neuen Folge des Expertentalks unseres Geschäftsführers Ralf Schmitt, spricht dieser mit seinem langjährigen Rednercoach Matthias Messmer über die Kunst des Redens. Seit über zehn Jahren arbeitet Matthias mit Ralf zusammen – sowohl für öffentliche Auftritte als Speaker als auch für kreative Projekte wie sein Alter Ego William Wanker.
Der Draht zum Publikum entscheidet
Matthias betont immer wieder: Die wichtigste Fähigkeit eines Redners ist die Verbindung zum Publikum. Wer eine Botschaft überzeugend vermitteln möchte, muss spüren, was die Zuhörerinnen und Zuhörer gerade brauchen. Es geht nicht darum, die perfekten Worte zu finden, sondern die richtige Wirkung zu erzeugen. Viele Speaker unterschätzen, wie stark das Publikum die Stimmung, Haltung und Energie wahrnimmt, selbst wenn sie nicht explizit ausgesprochen werden.
Subtext: Das, was mitschwingt
Ein zentrales Werkzeug für Redner ist der Subtext – all das, was innerlich gedacht oder gefühlt wird, aber nicht direkt ausgesprochen wird. Matthias erklärt, dass ein klarer Subtext die Basis für einen echten Draht zum Publikum ist. Ob eine Rede energisch („heiße Temperatur“) oder nüchtern („kalte Temperatur“) vorgetragen wird, beeinflusst maßgeblich, wie die Botschaft aufgenommen wird. Dabei verändert sich die „Temperatur“ innerhalb eines Vortrags je nach Abschnitt: emotionale Passagen, sachliche Zahlen oder humorvolle Einlagen dürfen bewusst unterschiedlich intensiv sein.
Innere Haltung vor Inhalt
Bevor Redner überhaupt an Worte und Technik denken, sollten sie ihre eigene innere Haltung klären. Sind sie neugierig, selbstbewusst oder vielleicht angespannt? Diese Haltung wirkt unmittelbar auf die Wirkung auf der Bühne. Gerade Führungskräfte profitieren davon, ihre Haltung bewusst zu reflektieren, bevor sie vor ihr Team treten oder eine Präsentation halten.
Beobachten und Reagieren
Gute Rednerinnen und Redner entwickeln eine zweite Aufmerksamkeitsebene: Sie sprechen, während sie gleichzeitig beobachten. Reaktionen aus dem Publikum – ein Gähnen, ein Lächeln oder konzentriertes Zuhören – sind wertvolle Hinweise, um Energie, Tempo oder die Dramaturgie anzupassen. Wer sich dem Publikum wirklich öffnet, kann auch spontan auf Situationen reagieren und den Moment optimal nutzen.
Authentizität schafft Nähe
Matthias betont: Wer sich selbst auf der Bühne wohlfühlt, wird auch vom Publikum wahrgenommen. Dabei geht es nicht um Eitelkeit oder Selbstdarstellung, sondern darum, Nervosität zuzulassen, Risiken einzugehen und sich nicht hinter perfektem Text oder Technik zu verstecken. Diese Offenheit erzeugt Nähe und Vertrauen.
Praxisbeispiel: Humor und Spontaneität
Ein Beispiel aus der Zusammenarbeit von Ralf und Matthias zeigt, wie souveräner Umgang mit unvorhergesehenen Situationen wirken kann: Bei einer Keynote, bei der technische Probleme die Präsentation erschwerten, nutzte Ralf Humor und spontane Einlagen, um das Publikum mitzunehmen. Auch kleine Details, wie persönliche Anekdoten oder Fotos, helfen, eine emotionale Verbindung aufzubauen.
Fazit: Wirkung über Worte hinaus
Gute Speaker entstehen nicht durch perfekt formulierte Texte, sondern durch Präsenz, innere Haltung und die Bereitschaft, sich auf ihr Publikum einzulassen. Wer Subtext, Temperatur und Reaktionen bewusst einsetzt, kann Botschaften lebendig machen und echte Wirkung erzielen.
Bis dahin – bleibt flexibel!
euer Ralf Schmitt, Vaya Wieser-Weber
und das Team der Impulspiloten