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Leadership im KI-Zeitalter: Wie Führungskräfte lernen, Menschen und KI-Agenten zu führen

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Vaya Wieser-Weber mit den Führungskräften von den Future Development Days für Motel One

Ein Praxisbeispiel aus einem Leadership-Programm der Impulspiloten GmbH zeigt, warum die Fähigkeit, KI sinnvoll zu steuern, zu einer zentralen Kompetenz moderner Führungskräfte wird.

Ein Seminarraum voller angehender Hoteldirektor:innen.
Zwei Tage intensives Leadership-Training liegen hinter ihnen.

 

Am letzten Programmtag passiert etwas Unerwartetes.

Statt eines weiteren klassischen Management-Tools lernen die Führungskräfte, wie sie ChatGPT als Sparringspartner für Führungsentscheidungen und Business-Coaching nutzen können.

 

Die Reaktionen im Raum sind gemischt:
Neugier. Skepsis. Überraschung.

 

Doch innerhalb weniger Minuten wird etwas deutlich.

Die Qualität der Antworten hängt nicht von der KI ab – sondern davon, wie gut Führungskräfte Fragen stellen, Probleme strukturieren und Entscheidungen reflektieren.

 

Und genau hier beginnt ein neues Kapitel moderner Führung.

 

Dieses Beispiel stammt aus einem mehrtägigen Leadership-Programm der Impulspiloten GmbH für Motel One GmbH, begleitet von Leadership-Expertin Vaya Wieser-Weber.

Leadership-Programme verändern sich

Im Rahmen eines mehrtägigen Leadership-Programms begleiteten Vaya Wieser-Weber und das Team der Impulspiloten GmbH Führungskräfte auf dem Weg zum nächsten Karriereschritt: der Leitung eines eigenen Betriebs.

 

Im Mittelpunkt standen klassische Fragen moderner Führung:

 

  • Wie gestalten sie die ersten Monate bei Übernahme eines Betriebs?
  • Wie gewinnen sie das Vertrauen eines neuen Teams?
  • Wie treffen Führungskräfte Entscheidungen unter Unsicherheit?
  • Wie führen sie Teams durch komplexe Situationen?
  • Wie behalten sie Orientierung unter Druck?

 

Zum Abschluss des Programms wurde ein zusätzlicher Baustein integriert: die Nutzung von ChatGPT als Sparringspartner für Führungskräfte.

 

Nicht als technisches Spielzeug, sondern als strukturierter Reflexionspartner. 

 

Mit einem präzisen Prompt können Führungskräfte heute strategische Fragen spiegeln, schwierige Gespräche vorbereiten oder Führungsdilemmata durchdenken.

Kurz: Sich coachen lassen!

 

Viele Teilnehmende stellten schnell fest: Die entscheidende Fähigkeit liegt nicht im Umgang mit der Technologie, sondern im Denken der Führungskraft selbst.

Und sie fühlten sich im Anschluss um einen gewaltigen

Studie: Wer KI gut führt, führt oft auch Menschen gut

Eine Studie des National Bureau of Economic Research (NBER) untersuchte kürzlich, ob Führungskräfte, die gut mit KI-Agenten arbeiten, auch menschliche Teams effektiv führen.

 

In den Experimenten koordinierten Führungspersonen sowohl menschliche Teams als auch KI-Agenten bei Problemlösungsaufgaben.

 

Das Ergebnis war bemerkenswert: Die Leistungsfähigkeit der Führungskräfte korrelierte stark zwischen beiden Kontexten – mit einem Korrelationswert von 0,81.

 

Mit anderen Worten: Wer KI gut orchestrieren kann, führt häufig auch Menschen gut.

Der entscheidende Unterschied lag dabei nicht im technischen Know-how. 

Erfolgreiche Führungskräfte stellten mehr Fragen, moderierten Prozesse stärker und arbeiteten konsequent mit einer „Wir“-Perspektive.

 

Genau jene Fähigkeiten also, die auch in modernen Leadership-Programmen vermittelt werden.

Dominic von Proeck und Vaya Wieser-Weber
Vaya mit Dominic von Proeck auf auf der Winterkonferenz der German Speakers Association

Wie Organisationen auf diese Entwicklung aufmerksam werden

Auf diese Studie wurden die Impulspiloten auf der Winterkonferenz der German Speakers Association aufmerksam. 

 

Dort sprach Dominic von Proeck in seiner Keynote „Leaders of AI“ über die Organisationsstruktur seines Unternehmens.

 

In seinem Unternehmen arbeiten rund zehn menschliche Mitarbeitende – und über fünfzig KI-Agenten. Einige dieser Agenten werden wiederum von anderen KI-Agenten koordiniert.

 

Es entsteht eine komplette Führungsarchitektur aus Menschen und digitalen Agenten.

Damit wird eine neue Managementfrage relevant:

Wie führt man eigentlich KI?

 

Denn auch KI-Agenten benötigen klare Ziele, präzise Fragestellungen, strukturierte Kommunikation und Feedback.

Führung bleibt also Führung – nur das Team verändert sich!

Prompt: ChatGPT als Sparringspartner für Führungskräfte nutzen

Im Leadership-Programm wurde den Teilnehmenden ein strukturierter Prompt gezeigt, mit dem ChatGPT als Business-Coach und Reflexionspartner genutzt werden kann.

 

Der Prompt für Führungskräfte

 

Du bist ein erfahrener Business Coach und Organisationsberater mit Expertise in Leadership, systemischer Beratung, Organisationsentwicklung, emotionaler Intelligenz und Entscheidungsfindung unter Unsicherheit.

Deine Aufgabe ist es, mich als Führungskraft bei strategischen und operativen Fragen zu unterstützen.

 

Arbeite nach folgenden Prinzipien:

 

  • Stelle zunächst klärende Fragen, bevor du Ratschläge gibst.
  • Hilf mir, mein Problem selbst zu erkennen und klar zu strukturieren.
  • Zeige verschiedene Perspektiven und Entscheidungsoptionen auf.
  • Nutze Methoden aus Leadership-Coaching, systemischer Beratung, Entscheidungsanalyse und Organisationsentwicklung.
  • Gib keine pauschalen Lösungen, sondern unterstütze meine eigene Reflexion.
  • Bleibe kritisch

 

Kontext zu meiner Rolle:
[Hier beschreibt die Führungskraft ihre Position, Branche und aktuelle Situation.]

 

Mein aktuelles Thema lautet:

[Hier beschreibt die Führungskraft ihr konkretes Führungsproblem.]

 

Bitte führe mich Schritt für Schritt durch eine strukturierte Reflexion und stelle mir zuerst drei klärende Fragen.

 

Damit entsteht für die Teilnehmenden etwas, das über das eigentliche Leadership-Programm hinausgeht: Sie verfügen über einen dauerhaften Sparringspartner für ihre neuen Führungsrolle. Die Fähigkeit zu prompten wird damit zu einer neuen Form nachhaltiger Begleitung nach einem Entwicklungsprogramm – individuell, jederzeit verfügbar und direkt in der Praxis einsetzbar.

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Was das für zukünftige Assessments von Führungskräften bedeuten kann

Die Impulspiloten GmbH entwickelt seit vielen Jahren Leadership-Programme, Workshops und Assessment-Center für Unternehmen, Organisationen und Teams. 

 

Gerade in Assessments werden Kandidat:innen bewusst in herausfordernde Situationen versetzt: Zeitdruck, komplexe Aufgaben, unerwartete Wendungen.

 

Nicht um Stress zu erzeugen, sondern um das Originalverhalten sichtbar zu machen.

 

  • Wie treffen Menschen Entscheidungen?
  • Wie reagieren sie unter Druck?
  • Wie führen sie andere?

 

Diese Beobachtungen liefern Organisationen wichtige Hinweise für die Auswahl zukünftiger Führungskräfte.

 

Mit dem Einzug von KI-Systemen könnte bald eine zusätzliche Dimension relevant werden: die Fähigkeit, nicht nur Menschen, sondern auch KI-Systeme sinnvoll zu orchestrieren und am Umgang mit ihnen Führungsstärke sichtbar zu machen.

Leadership im KI-Zeitalter

Führungskräfte werden in Zukunft nicht nur Teams steuern.

Sie werden zunehmend Systeme aus Menschen, Technologie und KI-Agenten koordinieren müssen.

 

Die zentrale Frage moderner Leadership-Programme lautet daher immer häufiger:

 

Wer kann nicht nur Menschen führen – sondern ein ganzes System aus Menschen und KI orchestrieren?

 

Organisationen, die Führungskräfte frühzeitig auf diese Realität vorbereiten, schaffen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Bis dahin – keep growing! 

eueRE Vaya Wieser-Weber, Ralf Schmitt

und das Team der Impulspiloten

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