Experten-Talk #17: Steuern, Künstler und Geschichten

5. Juni 2020

Wenn Kai Detig seinen eigenen Werdegang mit „alles begann neben Rüdiger im Posaunenchor…“ einleitet, dann ist schnell klar, dass man es hier mit einem Menschen zu tun hat, der gute Geschichten erzählt.
Das Kai Steuerberater ist und die Fähigkeit zum Geschichtenerzählen in seinem Beruf ebenso wichtig ist, wie das Knowhow im Steuerrecht, kann man im Gespräch mit ihm schnell nachvollziehen.
Kai ist seit über 15 Jahren mein engster Vertrauter in Sachen Finanzen. Er hat sich auf die Betreuung von Künstlern und Agenturen in Sachen Steuern spezialisiert.
Im Experten-Talk auf der Impulspiloten Couch gibt Kai Tipps, worauf Menschen in kreativen Berufen bei dem Thema Steuern besonders achten sollten. Er erklärt, wie man sich das Leben nicht unnötig schwer macht und warum die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen,  bares Geld wert ist.

Experten-Talk: Ein guter Steuerberater erzählt Geschichten in Zahlen

Kai sieht seinen Beruf als Steuerberater als Geschichtenerzähler in Zahlen. Gerade in der Künstlerbranche entstehen oftmals Kosten, die für einen Finanzbeamten nicht auf den ersten Blick als betriebliche Ausgaben zu erkennen sind. Hier ist es von Vorteil, einen Berater an seiner Seite zu haben, der es einem Beamten schlüssig darlegen kann, warum zum Beispiel eine Kettensäge und Tonnen von Zahnpasta absolut notwendige Kosten für einen Performance -Künstler sind.
Er bringt es auf eine einfache Formel: Ausgaben müssen für Außenstehende in einen nachvollziehbaren Zusammenhang gebracht werden.

Worauf sollte ich bei der Vorbereitung achten?

Regelmäßigkeit ist hier das Stichwort. Niemand hat Lust, sich um seine Steuern zu kümmern. Umso wichtiger ist es, seine Belege möglichst systematisch zu sammeln und zeitnah einzureichen. Ausgaben sollten für das Finanzamt möglichst mundgerecht aufbereitet werden, um sie berufsbedingt auch absetzen zu können. Das gelingt am besten, wenn man sie zeitnah einreicht. Bewirtungsbelege sind da das Paradebeispiel. Gleich ausgefüllt fällt es sehr viel leichter, diese Ausgabe in einen plausiblen Zusammenhang bringen. Monate später fällt es da schon sehr viel schwerer….

Und ja, ein Schuhkarton kann der Anfang von Belegorganisation sein. Besser wäre es jedoch, sich einen Fächerordner mit einzelnen Kategorien anzulegen, den man vor allem nicht erst alle drei Jahre rauskramt.

Ab wann ist ein Steuerberater nötig?

Ein Steuerberater ist in erster Linie ein Dienstleister und kein Raketeningenieur. Viele Dinge könnte man theoretisch natürlich auch selbst erledigen. Die Frage ist nur, ob man auch bereit dafür ist. Denn: Theoretisch könnte man ja auch sein Auto selber waschen oder die Wohnung putzen. Will man aber häufig nicht.

Am Ende stellt sich die Frage, ob mir ein Steuerberater mehr einspielt, als er mich kostet. Der Vorteil eines Steuerprofis an meiner Seite ist die Sicherheit, dass alles korrekt abgewickelt wird und natürlich die freie Zeit, die diese Arbeit mich ansonsten selbst kosten würde.

Absolute No Gos

Zwei Dinge im Leben sind unvermeidbar: Der Tod und die Steuern. Steuern müssen gezahlt werden – da helfen auch bei Kai keine guten Geschichten. Wenn es im Business gut läuft, sind ein Drittel der Einnahmen weg. Punkt.
Es entspannt also ungemein, sich seine Aufträge unter diesem Gesichtspunkt anzusehen. Dann kann ich noch früh genug entscheiden, ob sich dieses Projekt auch finanziell lohnt – und mich nicht am Ende ärgern. Damit es hier keine böse Überraschung gibt, sollte sich die eigene Steuerpflicht gar nicht erst über mehrere Jahre kumulieren.

Ein Absolutes NoGo ist es, Einnahmen zu verschweigen – egal wie klein sie sind. In diesem Fall bewegen wir uns ganz schnell im Strafrecht. Sollten eingereichte Ausgaben hingegen nicht als absetzbar anerkannt werden, hat das keine rechtlichen Folgen. Probieren geht über studieren.

Ich hoffe, Ihr habt mit Eurem Steuerberater einen guten Sparringspartner gefunden, der Eure eigene Geschichte gut erzählen kann. Mehr Tipps und wunderbare Geschichten von Kai gibt es im Video.Der nächste Experten-Talk dann wieder nächsten Monat.

Bleibt flexibel

Euer Ralf Schmitt

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