In der aktuellen Folge des Podcasts Good Life, Good Business spricht Vaya Wieser-Weber mit Kai Dahlhaus – Triathlon-Weltmeister, Unternehmer und Experte für persönliches Energiemanagement. Das Gespräch beginnt mit Morgenroutinen, führt über Visualisierungstechniken aus dem Spitzensport und entwickelt sich schnell zu einer Frage, die für Unternehmen heute von zentraler Bedeutung ist: Warum investieren wir so viel Energie in Zeitmanagement, obwohl unsere eigentliche Leistungsfähigkeit von etwas ganz anderem abhängt?
Gerade in Organisationen zeigt sich immer wieder dasselbe Muster. Prozesse sollen effizienter werden, Meetings kürzer, Entscheidungen schneller. Zeit gilt als knappste Ressource. Gleichzeitig erleben Führungskräfte und Teams, dass trotz perfekt organisierter Kalender die Erschöpfung zunimmt, Konflikte entstehen oder Veränderungsprozesse ins Stocken geraten. Das eigentliche Problem ist dabei oft nicht fehlende Zeit, sondern fehlende Energie.
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Weitere InformationenVier Energiequellen statt einer
Fragt man Menschen, wodurch persönliche Energie entsteht, fallen fast immer dieselben Antworten: ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, Bewegung und genügend Wasser. All das ist richtig – beschreibt aber nur einen kleinen Teil dessen, was unsere Leistungsfähigkeit tatsächlich beeinflusst.
Kai unterscheidet vier Energiequellen, die unser Denken, Handeln und unsere Kommunikation prägen: die körperliche, die emotionale, die mentale und die spirituelle beziehungsweise werteorientierte Energie. Während sich viele Menschen intensiv um ihre körperliche Fitness kümmern, geraten die übrigen Bereiche im Arbeitsalltag häufig in den Hintergrund.
Dabei entfalten gerade sie ihre Wirkung in nahezu jeder beruflichen Situation. Wer emotional erschöpft ist, kommuniziert anders als jemand, der innere Stabilität erlebt. Wer dauerhaft gegen die eigenen Werte arbeitet, verliert Motivation und Orientierung. Und wer keinen klaren mentalen Fokus entwickelt, verzettelt sich trotz hoher Leistungsbereitschaft.
Persönliche Energie ist deshalb weit mehr als körperliche Fitness. Sie bildet die Grundlage dafür, wie Menschen Entscheidungen treffen, mit Belastung umgehen, Veränderungen gestalten und mit anderen zusammenarbeiten.
Warum Zukunftsbilder unser Handeln beeinflussen
Ein weiterer Gedanke aus dem Gespräch verdeutlicht, wie eng Energie und mentale Ausrichtung miteinander verbunden sind. Unser Gehirn reagiert auf intensiv vorgestellte Bilder erstaunlich ähnlich wie auf tatsächlich Erlebtes. Genau deshalb lösen Filme echte Emotionen aus, obwohl wir wissen, dass sie inszeniert sind. Und genau deshalb gehört Visualisierung seit Jahrzehnten zu den wirkungsvollsten Methoden im Spitzensport.
Bereits viele Monate vor seiner Weltmeisterschaft arbeitete Kai gezielt mit inneren Bildern. Während harter Trainingseinheiten stellte er sich immer wieder den Zieleinlauf vor, hörte den Jubel der Zuschauer und verband dieses Zukunftsbild bewusst mit positiven Emotionen.
Entscheidend ist dabei nicht positives Wunschdenken. Wirkung entfaltet Visualisierung erst dann, wenn Zukunftsbilder emotional aufgeladen sind. Freude, Zuversicht und Sinn geben dem Gehirn eine Richtung. Es beginnt unbewusst, nach Möglichkeiten zu suchen, genau dieses Bild Realität werden zu lassen. Wer attraktive Zukunftsbilder entwickelt, schafft die emotionale Grundlage für Veränderung.
Unternehmenskultur wächst im Alltag – oder stagniert
Ein weiterer Teil des Gesprächs beschäftigt sich mit Unternehmenskultur. Aus der gemeinsamen Erfahrung von Vaya und Kai wird deutlich, dass viele Organisationen strukturell deutlich schneller wachsen als kulturell. Aus einem kleinen Familienunternehmen entstehen innerhalb weniger Jahrzehnte große Organisationen mit mehreren tausend Mitarbeitenden. Prozesse werden professionalisiert, Verantwortlichkeiten neu verteilt und Hierarchien angepasst. Die Unternehmenskultur entwickelt sich jedoch häufig wesentlich langsamer.
Denn Kultur verändert sich nicht automatisch mit einer neuen Organisationsstruktur. Sie entsteht aus den ungeschriebenen Regeln, die Menschen im täglichen Miteinander erleben. Neue Mitarbeitende beobachten sehr genau, wer tatsächlich Entscheidungen trifft, welche Themen offen angesprochen werden dürfen, wie mit Fehlern umgegangen wird und welches Verhalten Anerkennung erhält. Lange bevor jemand das Leitbild gelesen hat, weiß er meist bereits, wie das Unternehmen wirklich funktioniert.
Genau deshalb scheitern viele Kulturveränderungen, wenn sie ausschließlich auf neue Prozesse oder Organisationsmodelle setzen. Kultur lässt sich nicht verordnen. Sie entsteht jeden Tag neu – in Meetings, in Feedbackgesprächen, in Konflikten, in Führungsverhalten und in der Art, wie Menschen miteinander kommunizieren. Kommunikation ist dabei weit mehr als Informationsaustausch. Sie gestaltet Beziehungen. Und die Qualität dieser Beziehungen entscheidet letztlich darüber, welche Kultur sich langfristig entwickelt.
Kommunikation beginnt lange vor dem ersten Wort
Aus dieser Erkenntnis leitet Kai auch seine heutige Arbeit mit Führungskräften und Geschäftsleitungen ab. Gemeinsam mit seinem Unternehmen begleitet er Organisationen nicht nur bei Fragen der Kommunikation, sondern verbindet diese konsequent mit persönlichem Energiemanagement.
Der Hintergrund ist ebenso einfach wie einleuchtend: Die eigene Energie beeinflusst unmittelbar, wie Menschen sprechen, zuhören, führen und überzeugen. Wer erschöpft ist, sendet andere Signale als jemand, der präsent und fokussiert auftritt. Deshalb reicht es nicht aus, Gesprächstechniken oder Präsentationsmethoden zu trainieren. Nachhaltige Kommunikation beginnt immer bei der Persönlichkeit.
Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Simon Hofer entwickelte Kai dafür das sogenannte Triple-Impact-Kommunikationsmodell, das inzwischen wissenschaftlich begleitet und an Hochschulen erforscht wird. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass sich die vier Energiequellen unmittelbar auf Sprache, Körpersprache, Stimme und persönliche Präsenz auswirken. Kommunikation wird dadurch nicht mehr ausschließlich als Technik verstanden, sondern als Ausdruck des inneren Zustands eines Menschen.
Drei Fragen mit großer Wirkung
Zum Abschluss des Gesprächs formuliert Kai drei Fragen, die ihn selbst seit Jahren begleiten und die gleichzeitig den Kern seines Verständnisses von persönlicher Entwicklung beschreiben:
- Wer bin ich?
- Was will ich wirklich?
- Und wofür bin ich bereit, Verantwortung zu übernehmen und den notwendigen Einsatz zu leisten?
Er betont dabei: Ziele allein erzeugen noch keine Entwicklung. Entscheidend ist die Bereitschaft, konsequent das zu tun, was notwendig ist, um ihnen näherzukommen. Diese Haltung hat Kai nicht nur im Spitzensport geprägt, sondern begleitet ihn heute auch in seiner Arbeit mit Führungskräften und Unternehmen.
Die Podcastfolge macht damit deutlich, dass nachhaltige Leistungsfähigkeit weit über gutes Zeitmanagement hinausgeht. Wer Energie bewusst gestaltet, Zukunftsbilder entwickelt, Kommunikation als Beziehungsgestaltung versteht und den eigenen inneren Dialog ernst nimmt, schafft die Voraussetzungen dafür, auch in dynamischen Zeiten wirksam zu führen und Wandel aktiv zu gestalten. Genau darin liegt vielleicht die wichtigste Erkenntnis dieses Gesprächs: Leistung entsteht nicht zuerst durch perfekte Planung – sondern durch die Energie, mit der Menschen ihren Alltag gestalten.
Bleibt neugierig –
eure Vaya Wieser-Weber,
und das Team der Impulspiloten
Autor
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Vaya Wieser-Weber ist Unternehmerin und Keynote Speakerin für Growth Mindset, Zuversicht und positive Führung im Business. Unternehmen buchen sie, wenn es darum geht, Veränderung nicht nur zu verstehen, sondern in Verhalten zu übersetzen und eine klare, zukunftsorientierte Haltung im Unternehmen zu verankern.
Sie zählt zu den profiliertesten Speakerinnen im deutschsprachigen Raum und steht für Keynotes mit Substanz, Wirkung und hoher Umsetzungsstärke – geprägt von über 25 Jahren Erfahrung, fundierter Expertise sowie einer kraftvollen Mischung aus Klarheit, Energie und Humor.
In ihren Vorträgen zeigt sie, wie Unternehmen, Teams und Führungskräfte auch in unsicheren Zeiten handlungsfähig bleiben, ein starkes Growth Mindset entwickeln und Zuversicht gezielt als Führungsressource nutzen.
Als Autorin, Podcasterin von „Good Life, Good Business“ und geschäftsführende Gesellschafterin der Impulspiloten GmbH entwickelt sie Formate für Organisationsentwicklung, die Kultur, Zusammenarbeit und Führung nachhaltig verändern.
Mehr über ihre Arbeit:
👉 www.vaya.live
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👉 www.wildwomensclub.de
👉 Podcast „Good Life, Good Business“